Die 18 Erschossenenen vom Friedhof Moskau-Butovo vom 29. Dezember 1937

30 Dez
Sie kamen aus Berlin und Stuttgart, aus Chemnitz und Breslau, aus Hamburg und Riestädt/Sachsen, aus Bremen und Jena, aus Kiel und aus Glatz/Schlesien, und aus Köln. sie kamen als Freunde. Und kamen dort um. Setzt Ihnen an den Orten ihres Wirkens Gedenk- und Stolpersteine!
Lünenberg? (russ. Linenberg), Julius (Vater August), geb. 1898 in Breslau, Deutscher, aus einer Arbeiterfamilie, mittlere Bildung, parteilos; technischer Inspektor für Arbeit beim ZK der Tabakarbeiter-Gewerkschaft, wohnhaft in Moskau, 2. Ogorodnyj pereulok 9. Verhaftet am 14. November 1937; beschul-digt der Verherrlichung des faschistischen Regimes und des Verdachts der Spionage, von der Kommission des NKVD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR am 23. Dezember 1937 zum Tode verurteilt, am 29. Dezember 1937 erschossen. Rehabilitiert am 3. November 1969. Bestattungsort Butovo.

Pelz, Richard (Vater Bruno), geb. 1907 in Berlin, Deutscher, aus einer Arbei-terfamilie, mittlere Bildung, parteilos; Konstrukteur in einem Mechanisie-rungskontor der NKVD-Verwaltung für das Moskauer Gebiet. Verhaftet am 14. Oktober 1937; beschuldigt der Spionage für Deutschland, von der Kom-mission des NKVD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR am 23. Dezember 1937 zum Tode verurteilt, am 29. Dezember 1937 erschossen. Rehabilitiert am 8. Juni 1957. Bestattungsort Butovo.

Reise/Reuse? (russ. Rejse), Friedrich (Vater Christian), geb. 1871 in Hamburg, Deutscher, Sohn eines Schneiders, mittlere Bildung, parteilos; Gärtner des Sanatoriums »Lenin«, wohnhaft in der Siedlung S ˇc ˇurovo, Moskauer Gebiet. Ver-haftet am 20. November 1937; beschuldigt konterrevolutionärer Auffassungen, der Sammlung von Auskünften über besonders wichtige Verteidigungsobjekte sowie der systematischen Verbindungen zur deutschen Polizei, von der Kom-mission des NKVD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR am 23. Dezember 1937 zum Tode verurteilt, am 29. Dezember 1937 erschossen. Rehabilitiert am 20. September 1957. Bestattungsort Butovo.

Retzlaff, Charlotte, (vorher Lass, Wilhelmine, geb. Pauli[y]), geb. 1901 in Ham-burg, Deutsche, aus einer Arbeiterfamilie, mittlere Bildung, seit 1919 KPD, seit 1922 im zentralen Parteiapparat, emigrierte im Dezember 1933 in die UdSSR; Stenotypistin im Verlag für Ausländische Arbeiter, zuletzt beschäftigungslos, wohnhaft in Moskau, Kapel’skij pereulok 13. Verhaftet am 26. November 1937; beschuldigt der Spionage für Deutschland, von der Kommission des NKVD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR am 23. Dezember 1937 zum Tode verurteilt, am 29. Dezember 1937 erschossen. Rehabilitiert am 27. Februar 1964. Bestattungsort Butovo.

Runge, Paul (Vater Karl), geb. 1905 (1895?) in Riestädt/Sachsen, aus einer Ar-beiterfamilie, mittlere Bildung, seit 1930 KPD, seit Oktober 1931 als Facharbei-ter in der UdSSR; Kranmaschinist im Zementwerk »Gigant«, wohnhaft in Siedlung Krasnyj stroitel‘, Moskauer Gebiet. Verhaftet am 19. November 1937; beschuldigt der Spionage und nachrichtendienstlicher Tätigkeit auf dem Ter-ritorium der UdSSR und im Werk »Gigant«, von der Kommission des NKVD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR am 23. Dezember 1937 zum Tode ver-urteilt, am 29. Dezember 1937 erschossen. Rehabilitiert am 15. März 1962. Bestattungsort Butovo.

Kir(sch)stein, Karl (Vater Karl), geb. 1872 in Lettland, Deutscher, aus einer An-gestelltenfamilie, mittlere Bildung, parteilos; Rentner, wohnhaft in Moskau, Podsosenskij pereulok 6. Verhaftet am 30. November 1937; beschuldigt der Verbindung zum Residenten eines ausländischen Nachrichtendienstes und der Teilnahme an faschistischen Gesprächen, von der Kommission des NKVD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR am 23. Dezember 1937 zum Tode ver-urteilt, am 29. Dezember 1937 erschossen. Rehabilitiert am 19. Juli 1972. Be-stattungsort Butovo.

Matz, Otto (Vater Andrè), geb. 1887 in L ~ódz, Deutscher, aus einer Arbeiterfa-milie, Grundschulbildung, parteilos; Heizer in der Zentralen Klinik des Volks-kommissariats für Kommunikation, wohnhaft in Moskau, Baltijskij pereulok 13. Verhaftet am 27. November 1937; beschuldigt der Spionage, der aktiven Di-version und terroristischer Tätigkeit, von der Kommission des NKVD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR am 21. Dezember 1937 zum Tode verurteilt, am 29. Dezember 1937 erschossen. Rehabilitiert am 26. September 1989. Bestat-tungsort Butovo.

Stefanus, Eugen (Vater Oskar), geb. 1901 in L ~ódz, Deutscher, aus einer Arbeiter-familie, Hochschulbildung, ehem. englischer Staatsbürger, parteilos; Chemie-forscher im Werk »Mos’chimkraska«, wohnhaft in Moskau, ul. Stromynka 32/Studentenwohnheim. Verhaftet am 27. November 1937; beschuldigt verdäch-tiger Beziehungen zu Deutschen und Polen und systematischer antisowjeti-scher Tätigkeit, von der Kommission des NKVD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR am 23. Dezember 1937 zum Tode verurteilt, am 29. Dezember 1937 erschossen. Rehabilitiert am 28. November 1989. Bestattungsort Butovo

Weißbrodt, Karl (Vater Karl), geb. 1868 in Estland, Deutscher, aus einer Arbeiterfamilie, mittlere Bildung, parteilos; Techniker in der Abteilung für technische Kontrolle der Kupavinsker Tuchfabrik, wohnhaft in Noginsk, Tuch-fabriksiedlung 6, Moskauer Gebiet. Verhaftet am 23. Oktober 1937; beschul-digt der konterrevolutionären Agitation, von der Kommission des NKVD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR am 23. Dezember 1937 zum Tode verurteilt, am 29. Dezember 1937 erschossen. Rehabilitiert am 30. September 1989. Be-stattungsort Butovo. .

Kullmann/Kuhlmann?, Willjam/Wilhelm? (Vater Friedrich), geb. 1903 in Bre-men, Deutscher, aus einer Arbeiterfamilie, mittlere Bildung, 1918-1925 KPD; Meister im Werk des Instituts für Mechanisierung der Landwirtschaft, wohn-haft im Städtchen des Instituts/Haus 1, Moskauer Gebiet. Verhaftet am 4. No-vember 1937; beschuldigt der Spionage für den deutschen Nachrichtendienst, am 23. Dezember 1937 von der Kommission des NKVD und der Staatsan-waltschaft der UdSSR zum Tode verurteilt, am 29. Dezember 1937 erschossen. Rehabilitiert am 28. November 1989. Bestattungsort Butovo.

Kullmann/Kuhlmann? (russ. Kul’man), Else (Vater Christian), geb. 1908 in Stuttgart, Deutsche, aus einer Arbeiterfamilie, Hochschulbildung, parteilos; zuletzt Hausfrau, vom Ehemann unterhalten, wohnhaft im Städtchen des In-stituts für Mechanisierung der Landwirtschaft/Haus 1, Moskauer Gebiet. Ver-haftet am 21. November 1937; beschuldigt der Spionage und der nachrichten-dienstlichen Tätigkeit, am 23. Dezember 1937 von der Kommission des NKVD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR zum Tode verurteilt, am 29. Dezember 1937 erschossen. Rehabilitiert am 28. November 1989. Bestattungsort Butovo.

Kramer, Kurt (Vater Richard), geb. 1901 in Jena, Deutscher, aus einer Arbei-terfamilie, mittlere Bildung. Schlosser im Werk »Karbolit«, wohnhaft in Ore-chovo-Zujevo, Moskauer Gebiet. Verhaftet am 28. August 1937; beschuldigt der Spionage für eine fremde Macht, von der Kommission des NKVD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR zum Tode verurteilt, am 29. Dezember 1937 er-schossen. Rehabilitiert am 28. November 1989. Bestattungsort Butovo.

Kock, Max (Vater Rudolf), geb. 1903 in Kiel, Deutscher, aus einer Arbeiterfa-milie, Grundschulbildung, parteilos; Arbeiter in einer Wurstfabrik, wohnhaft in Ulitkino, Moskauer Gebiet. Verhaftet am 5. Dezember 1937; beschuldigt der Spionage für den deutschen Nachrichtendienst und der Schädlingstätigkeit, von der Kommission des NKVD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR am 23. Dezember 1937 zum Tode verurteilt, am 29. Dezember 1937 erschossen. Re-habilitiert am 28. November 1989. Bestattungsort Butovo.

Kiesewetter, Paul (Vater Franz), geb. 1895 in Wellisfurth b. Glatz/Schlesien, Deutscher, aus einer Arbeiterfamilie, mittlere Bildung, parteilos. Maler, wohn-haft in Moskau, ul. Marchlevskogo 14. Verhaftet am 27. November 1937; beschuldigt der konterrevolutionären Tätigkeit und der Spionage, von der Kommission des NKVD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR zum Tode ver-urteilt, am 29. Dezember 1937 erschossen. Rehabilitiert am 28. November 1989. Bestattungsort Butovo.

Funk, Peter (Ziert, Peter; Vater Josef), geb. 1909 b. Köln, Deutscher, aus einer Arbeiterfamilie, mittlere Bildung, KPD; Werkzeugausgeber in der Nadelfabrik »KIM«, wohnhaft in Kuncevo, Moskauer Gebiet. Verhaftet am 23. Dezember 1937; beschuldigt der Mitgliedschaft in einer konterrevolutionären Organisa-tion und der Spionage für Deutschland, von der Kommission des NKVD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR zum Tode verurteilt, am 29. Dezember 1938 erschossen. Rehabilitiert am 11. November 1957. Bestattungsort Butovo.
Bet(h)ling, Wilhelm (Vater Wilhelm), geb. 1902 in Berlin, Deutscher, aus einer Arbeiterfamilie, mittlere technische Bildung, KPD; Konstrukteur im Werkzeug-maschinenwerk »Ordz ˇonikidze«, wohnhaft in Moskau, 5. Donskoj proezd 21a. Verhaftet am 4. Oktober 1937; beschuldigt der Spionage, von der Kommission des NKVD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR am 23. Dezember 1937 zum Tode verurteilt, am 29. Dezember 1937 erschossen. Rehabilitiert am 28. Sep-tember 1989. Bestattungsort Butovo.
Bauer, Lucie (König, Johanna/Hanni Elsa), geb. 1914 in Chemnitz, Deutsche, mittlere Bildung, seit 1929 KJVD, dann KPD, 1934 Teilnahme an einem drei-monatigen Kursus an einer Jugendschule in Moskau, blieb – nach der Verhaf-tung ihres Verlobten Ernst Wabra in Deutschland – in der UdSSR; zuletzt Radiomonteurin im Radiowerk, wohnhaft in Moskau, ul. Gor’kogo 36 (Hotel »Lux«). Verhaftet am 20. September 1937; beschuldigt der Verbindung zu ei-nem Faschisten, von der Kommission des NKVD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR am 23. Dezember 1937 zum Tode verurteilt, am 29. Dezember 1937 erschossen. Rehabilitiert am 9. Januar 1958. Bestattungsort Butovo

Willi Prinz (* 10. August 1909 ; † 28. Dezember 1973)

9 Aug
Willi Prinz (* 10. August 1909 in Köln-Kalk; † 28. Dezember 1973 in Garmisch-Partenkirchen), eigentlich Wilhelm Peter Prinz, war ein deutscher Politiker. Er war von 1949 bis 1951 erster Vorsitzender der Hamburger KPD.
Leben
Sein Vater war als Anstreicher und Lackierer in einer Maschinenfabrik tätig. 1923 begann Prinz eine Lehre als Motorenschlosser. Seit 1927 war er KPD-Mitglied. 1928 trat er dem KJVD bei und wurde 1930 für die Kommunistische Jugendinternationale nach Moskau berufen. In den parteiinternen Machtkämpfen zwischen Heinz Neumann und Ernst Thälmann galt Prinz als Sympathisant Neumanns und verlor bei seiner Rückkehr nach Deutschland sämtliche Ämter.
Im Ruhrgebiet kämpfte er von Oktober 1932 bis Mai 1933 gegen den Nationalsozialismus. In Trier reorganisierte er die zerschlagende KP. 1935 wurde Prinz von seiner Partei nach Paris beordert. Anschließend übernahm er die Leitung der kommunistischen Emigration in den Niederlanden. Dort war er als Organisations- und Schulungsleiter tätig. Im Mai 1941 wurde er von der niederländischen Polizei bei einer Razzia verhaftet und kam in das Konzentrationslager Sachsenhausen. Nach Hochverratsprozess wurde er zu zwei Jahren und drei Monaten Zuchthaus verurteilt. Er kam in das Zuchthaus Münster, wurde aber schon im November 1942 zur Strafdivision 999 eingezogen.
Nach Kriegsende geriet er in britische Gefangenschaft. 1947 kehrte er nach Deutschland zurück. Im April 1948 wurde er zweiter Vorsitzender des Zonensekretärs der KPD in der französischen Besatzungszone. Im August 1949 wurde er zum Landesvorsitzenden der Hamburger KPD gewählt und war von 1949 bis 1952 Abgeordneter der Hamburger Bürgerschaft. Die KPD fand sich in einem Umfragetief. Prinz sollte sich in Hamburg um die geringe Akzeptanz der KPD bei den Wählern und den Gewerkschaften kümmern.
Entscheidender für seine Tätigkeit als Landesvorsitzender wurden jedoch die Forderungen nach einer „Säuberung“ von „Parteifeinden“, denn vom Parteivorstand wurde der Hamburger KPD vorgeworfen, dass sie sich zu wohlwollend „gegenüber Vertretern antisowjetischer und anderer parteifeindlicher Auffassungen“[1] gezeigt habe. Prinz verhinderte jedoch die meisten Parteiausschüsse der sogenannten „parteifeindlichen fraktionellen Gruppe“.Gegenüber der „Ohne mich“-Bewegung, die sich gegen die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik, und von der KPD ohne Vorbehalt unterstützt wurde, nahm Prinz eine abweichende Meinung zu seiner Partei ein. Zum Verhängnis wurde ihm seine Einordnung als politischer Abweichler vor 1933.
Im Januar 1951 hatte Erich Mielke seine Verhaftung angeordnet. Seit dem 10. Februar 1951 war Prinz in Gefängnissen der DDR inhaftiert. Er sollte „Verbrechen“ gegen den Frieden, die Sowjetunion, die DDR und deren Führung gestehen. Ihm wurde vorgeworfen, dass er Harry Naujoks und Walter Müller nicht aus der Partei ausgeschlossen habe. Unter Androhung von lebenslanger Haft, Schlafentzug und Verbot jeglichen Kontaktes mit seiner Frau sollte Prinz ein „Geständnis“ ablegen.
Im April 1954 wurde Prinz aus der Haft entlassen. Ungeklärt ist wie es zur Haftentlassung kam. Laut eines SED-Mitarbeiters gebe es keine Anhaltspunkte, „dass der Genosse Prinz sich parteifeindlich betätigt hat oder sonst wie Verrat an der Partei übte“[3] Nach dem Willen der Partei sollte Prinz in der DDR leben, in die SED eintreten und in der Redaktion einer sächsischen Parteizeitung arbeiten. Prinz floh jedoch von Ost-Berlin nach West-Berlin und reiste von dort per Flugzeug weiter nach Hamburg. Prinz gelang jedoch kein politischer Neuanfang. Er arbeitete fortan in einer Maschinenfabrik und betrieb später mit seinem Bruder ein Geschäft für Landmaschinen.

Helmut Remmele, 13.1.1910, † 21.1.1938

19 Jan
 

Helmut Remmele

* .1.1910, † 21.1.1938

Geboren am 13. Januar 1910 in Mannheim als Sohn von Anna und Hermann Remmele. 1920 mit den Eltern nach Berlin übergesiedelt, wo er nach dem Abschluß der Realschule Werkzeugmacher lernte. Helmut Remmele trat 1924 in die KJD und 1928 in die KPD ein. Ab 1927 hielt er sich in Moskau auf, besuchte hier eine Berufsschule und wurde Mitglied des Komsomol. 1929 nach Berlin zurückgekehrt, begann er in Berlin-Wedding seine hauptamtliche Karriere als KJVD-Funktionär. Von 1929 bis 1932 war Helmut Remmele Mitglied des ZK des KJVD und Redakteur an der Zeitschrift »Junge Garde«. Weil er in der KJVD-Führung im Sommer 1932 die Position Heinz Neumanns vertrat und die Kritik seines Vaters an Ernst Thälmann unterstützte, wurde Helmut Remmele wegen »Zugehörigkeit zur Neumann-Remmele-Opposition« von seiner Funktion im ZK des KJVD entbunden. An der Jahreswende 1932/33 war er noch KPD-Funktionär im Berliner UB Süd-West und Süd-Ost. Im Februar ging er in die Illegalität, emigrierte später nach Frankreich und kam Anfang 1934 in die Sowjetunion. Von Februar 1934 bis Anfang 1936 konnte Helmut Remmele durch Protektion von Wilhelm Knorin an der KUNMS studieren. Anschließend Schlosser in Magnitogorsk; dort verlor er seine Arbeit, als auf NKWD-Befehl vom Juli 1937 alle in der Rüstungsindustrie beschäftigten Deutschen entlassen wurden. Helmut Remmele wurde am 19.September 1937 vom NKWD verhaftet, am 21. Januar 1938 vom Militärtribunal des Obersten Gerichts in Moskau zum Tode verurteilt und noch am gleichen Tag erschossen.
 
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Pelz, Herbert, Dr. med geb. 15.11.1909, erschossen 1938

15 Nov
Am 15.11.2015 jährt sich der 106. Geburtstag eines ehemaligen Vorsitzenden des Kommunistischen Studentenverbandes (KOSTUFRA), der im Alter von 29 Jahren als Trotzkist erschossen wurde: ***NEVER FORGET!***
Pelz, Herbert, Dr. med.
(* 1909 – gest. 1938?)
Geboren am 15. November 1909 in Berlin.
Nach dem Studium und der Promotion wurd er Assistenzarzt und Bakteriologe in Berlin. Aktiv in der kommunistischen Studentenarheit, ab 1929 in der Kostufra-Reichsleitung („Kommunistische Studentenfraktion) . 1931 kurz zeitig deren Leiter. Pelz übersiedelte im November 1932 nach Moskau und war auch dort als Arzt tätig. Im März 1938 vom NKWD verhaftet, wurde er als angeblicher Trotzkist vor Gericht gestellt. Herbert Pelz soll noch im gleichen Jahhr erschossen worden sein.

Am 16.9 1942 wurde die Schriftstellerin Maria Osten von Stalins Bütteln ermordet

15 Sep

Die Frau des »Volksfeindes«
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»Der erste Dünger für die Ernte ist der billige Schweiß derer, die niemals ernten. Die Erde ist nicht für die fruchtbar, die sie mühsam bearbeiten. Die Körner, die aus dem Dreschkasten in Säcke rinnen, sind neuer geheimnisvoller Samen und bares Geld. Beides geht durch die riesigen rissigen Hände der Arbeiter. Sie werfen das Getreide in den Dreschkasten, hängen die Säcke ab, wiegen sie und stapeln die taubgewordenen Halme, das Stroh. Über das weitere Schicksal des Getreides wird auf der Börse entschieden – nicht so, wie es die Menschen brauchten, sondern, wie es die Herrschenden brauchen, die verdienen wollen.« Diese Sätze sind der legendären, 1932 im Malik-Verlag erschienenen Anthologie »30 Erzähler des neuen Deutschland« entnommen und stammen von der 24-jährigen Maria Greßhöner, die seit 1926 im Verlag arbeitete und mit dem Verleger Wieland Herzfelde zusammenlebte. Schon 1927 war bei Kiepenheuer ihre erste Erzählung gedruckt worden. John Heartfield war von den Katzenaugen der jungen Frau derart fasziniert, dass er ihr Gesicht auf dem Schutzumschlag für Ilja Ehrenburgs »Die Liebe der Jeanne Ney« verewigte.

Am 20. März 1908 in Westfalen geboren, verbrachte Maria ihre Kindheit in Westpreußen, wo ihr Vater ein Gut gekauft hatte. Nach dem Abbruch des Lyzeums nahm sie Zeichenunterricht bei Ludwig Meidner und Willy Jäckel. Hier bekam sie auch erste Kontakte zur Künstlerszene. 1927 trat sie der KPD bei, arbeitete offensichtlich auch in deren Geheimapparat und wählte 1934 aus Sympathie für die Sowjetunion das Pseudonym »Maria Osten«. Nach kurzer Ehe mit dem Regisseur Jewgeni Tscherwiakow lebte sie ab 1932 mit dem bekannten sowjetischen Journalisten und »Prawda«-Redakteur Michail Kolzow zusammen. Im gleichen Jahr wurde sie Redakteurin der »Deutschen Zentral-Zeitung« (DZZ) in der UdSSR.

Nach Hitlers Machtantritt arbeitete sie in der Emigration und engagierte sich nach 1935 in der Internationalen Schriftstellervereinigung zur Verteidigung der Kultur. Sie war befreundet mit Ilja Ehrenburg, Louis Aragon, mit der Familie Brecht, mit J. R. Becher, Egon Erwin Kisch und besonders mit Ernst Busch. Lion Feuchtwanger begleitete sie bei seiner berühmten Reise Ende 1936/ Anfang 1937 in die UdSSR. Ernest Hemingway setzte ihr in seinem Weltbestseller »Wem die Stunde schlägt« als Maria, der Freundin des Kämpfers Karkow (Kolzow), ein literarisches Denkmal. 1934 hatten Maria und Kolzow nach einer Reportagenreise durch Frankreich und das Saarland Hubert L’Hoste, Sohn eines kommunistischen saarländischen Bergarbeiters, adoptiert. Es entstand das Buch »Hubert im Wunderland«, eine Montage, die die unterschiedlichen Lebenswelten des Sozialismus und Kapitalismus aufzeigte. Während des Spanischen Krieges bereiste Maria im Auftrag der DZZ das Land. Ihre »Spanien-Reportagen« erschienen auch in russischer Sprache. Sie half Ernst Busch bei den Aufnahmen der »Canciones de las Brigadas Internacionales«. Und sie gründete in Spanien ein Kinderheim und adoptierte auch hier einen Jungen, der bei einem Bombardement der Faschisten seine Eltern verloren hatte. 1938 übernahm Maria die Pariser Redaktion der neuen Exilzeitschrift »Das Wort« unter der Leitung von Willi Bredel.

Als Kolzow, offensichtlich auf Grund einer Denunziation des französischen KP-Funktionärs André Marty, am 14. Dezember 1938 in Moskau verhaftet worden war, reiste Maria trotz Warnung von Freunden zu ihm. Ihr Adoptivsohn Hubert weigerte sich, die »Frau eines Volksfeindes« in die Wohnung zu lassen. In einem billigen Hotel lebend, pflegte sie die todkranke Margarete Steffin, die Brecht auf der Durchreise in die USA in Moskau lassen musste. Die Kaderkommission der KPD schloss Maria Osten 1939 u. a. wegen ihrer »Verbindungen zur Malik-Clique« aus der Partei aus. Am 24. Juni 1941 wurde sie vom NKWD verhaftet und am 16. September 1942 im Gefängnis von Saratov erschossen – 34 Jahre jung.

Werner Abel
Aus “Neues Deutschland“ vom 15.9.2012

Vor 48 Jahren starb der prager Versuch des „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“

21 Aug

Wir wollen sie nicht vergessen: 98 Tschechen und Slowaken aber auch 50 Soldaten der Besatzer-Armeen starben bei der brutalen Niederschlagung des PRAGER FRÜHLINGS, der (vor-)letzten Hoffnung des real existierenden Staatssozialismus.

Viele schreckliche Details von damals: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Prager_Frühling#Einmarsch_der_Truppen_der_Warschauer-Pakt-Staaten

 

Hugo Eberlein, * 4.5.1887, † 30.7.1941

4 Mai

Bernd Wittich berichtet von einem Gesprach mit Hugos Sohn, Werner Eberlein. Dieser war nach dem Gulag-Aufenthalt zunächst Dolmetscher wenn Chrustschow in der DDR war und rückte später selber ins SED- Politbüro auf. Obwohl er nach eigenen Angaben wusste, dass Ulbricht für den Tod seines Vaters mitverantwortlich war, hat er ihn NIE darauf angesprochen.

Laßt uns das Schweigen brechen und der Stalin-Opfer gedenken:

Geboren am 4. Mai 1887 in Saalfeld, Sohn eines Fabrikarbeiters; lernte Zeichner. 1905 Mitglied der Gewerkschaft und 1906 der SPD. Eberlein – ein gewandter, schlagfertiger und belesener Mann – stand in den Parteidiskussionen auf dem linken Flügel. Er war ein treuer Anhänger Rosa Luxemburgs, die nach Kriegsausbruch seine weniger bekannte Adresse für wichtige Korrespondenz benutzte, und von Anfang an führend in der Gruppe der Linken, der späteren Spartakusgruppe. Als ausgezeichneter Organisator spielte er im Krieg neben Leo Jogiches für den Spartakusbund eine wichtige Rolle. Mehrmals verhaftet und zum Heer eingezogen, konnte er sich wegen eines Asthmaleidens immer wieder dem Militärdienst entziehen. Er war Teilnehmer der ersten Reichskonferenz der Spartakusgruppe im Januar 1916. Seit 1917 gehörte er mit der Spartakusgruppe zur USPD. Kurz vor Ausbruch der Novemberrevolution in Ostpreußen desertiert, gründete Eberlein in Danzig eine Gruppe des Spartakusbundes und wurde dort nach Ausrufung der Revolution 2.Vorsitzender des Arbeiter- und Soldatenrates. Nach Berlin zurückgekehrt, wurde er Mitglied des Vorstandes des Spartakusbundes, verantwortlich für die Geschäftsleitung.

 

Auf dem Gründungsparteitag der KPD hielt er am 31.Dezember 1918 das Referat über die Organisation. Am 11. Januar 1919 mit Jogiches verhaftet, konnte Eberlein entkommen und lebte in der folgenden Zeit illegal. Delegierter auf allen Parteitagen der KPD, wurde er vom I. bis zum XI. Parteitag immer in die Zentrale bzw. in das ZK gewählt, gehörte fast immer dem Orgbüro und zeitweise auch dem Polbüro an. Im März 1919 gelangte Eberlein als einziger deutscher Vertreter zum Gründungskongreß der Komintern nach Moskau (Pseudonym Max Albert). Dort hat er sich, entsprechend einem Beschluß der KPD und dem Wunsch der inzwischen in Deutschland ermordeten Rosa Luxemburg, gegen die sofortige Gründung der Komintern gewandt und sich bei der Gründung der Kommunistischen Internationale der Stimme enthalten. Nach Deutschland zurückgekehrt, plädierte er für den Anschluß an die Komintern, den die KPD dann beschloß. Während der März-Aktion 1921 und bei den Vorbereitungen des Aufstandes 1923 auch im AM-Apparat der KPD aktiv. Von 1921 bis 1933 war er Abgeordneter des Preußischen Landtags. Ende 1923 wandte er sich von Heinrich Brandler ab und ging zur Mittelgruppe, die bis zum IX. Parteitag im April 1924 die Partei leitete. Eberlein gehörte zu den Organisatoren dieses illegal abgehaltenen Parteitags und wurde dort als einer der vier Vertreter der Mittelgruppe in die linke Zentrale gewählt, in der er loyal mitarbeitete. Allerdings verlor er seine Funktion als Sekretär des Polbüros und die Leitung der Agitproparbeit, er lenkte die geschäftlichen Unternehmungen, Druckerei- und Zeitungsverlage, später die gesamte Finanztätigkeit der KPD.

Eberlein war in der Folgezeit einer der Vertrauensleute der Komintern-Führer in Deutschland und als Leiter der Geschäftsabteilung kontrollierte er zugleich die finanzielle Unterstützung der KPD durch Moskau. Auf dem X. Parteitag 1925 kam er wieder ins ZK, sein Einfluß stieg in der Partei nach dem »Offenen Brief« beträchtlich. Auf dem Xl. Parteitag 1927 als ZK-Mitglied ins Polbüro aufgenommen, 1928 wählte ihn der VI. Weltkongreß der Komintern in die Internationale Kontrollkommission, der VII. Weltkongreß 1935 in Moskau, an dem er teilnahm, bestätigte später dieses Mandat. Eberlein gehörte zur Versöhnler-Gruppe. Er hatte maßgebenden Anteil an der Aufdeckung der Wittorf-Affäre und war nebenGerhart Eisler Hauptinitiator der Absetzung Ernst Thälmanns im September 1928. Nach dem Eingreifen Stalins wurde er »kaltgestellt«, kapitulierte später mit der Mehrheit der Versöhnler und wurde auf weniger wichtige Posten abgeschoben. Eberlein hatte 1913 in Berlin Anna Harms (*15.7. 1889 – † 11. 1. 1964), die ebenso wie er ab 1919 der KPD angehörte, geheiratet. Er war in zweiter Ehe dann mit Inna Armand, einer Tochter der berühmten aus Frankreich stammenden russischen Bolschewikin Inessa Armand, einer Freundin Lenins, verheiratet. Beider Tochter Ines wurde 1923 in Berlin geboren. Eberlein stand in enger Freundschaft zu Wilhelm Pieck. Nach 1929 im Komintern-Apparat tätig, wozu ihn Bela Kun herangezogen hatte, blieb er dies auch nach 1933 und beteiligte sich in Frankreich maßgeblich an der Organisierung der Volksfrontbewegung. Er wurde im September 1935 in Straßburg wegen »Spionage« verhaftet und im März 1936 in die Schweiz abgeschoben. Seit 1933 lebte Eberlein – inzwischen von Inna Armand getrennt – mit seiner Sekretärin Charlotte Scheckenreuter zusammen. Beide flüchteten im August 1936 von Antwerpen über Leningrad nach Moskau und wohnten dort im Hotel »Lux«. Auf Eberleins 50.Geburtstag im Mai 1937 verkündete Pieck, Hugo Eberlein werde rehabilitiert und wieder zur KPD-Arbeit herangezogen. Tatsächlich aber hat ihn das NKWD in der Nacht vom 27. zum 28. Juli 1937 verhaftet, in die Lubjanka gesperrt und von ihm unter fürchterlicher Folter »Geständnisse« erzwungen. In einem Brief an Charlotte Scheckenreuter vom November 1939 (erstmals vollständig veröffentlicht 2008), der sie aber nicht mehr erreichte, berichtete Eberlein: »Nach der Verhaftung saß ich bis zum 19. 1. 1938 ohne jegliches Verhör in Haft. Am 19.Januar 1938 begann das Verhör, das ununterbrochen zehn Tage und Nächte dauerte. Ich mußte ohne Schlaf und fast ohne Nahrung die ganze Zeit stehen. Das Verhör bestand in der Erhebung der sinnlosesten Anschuldigungen und wurde durch solche Faust- und Fußschläge begleitet, daß ich nur unter schrecklichsten Schmerzen stehen konnte. Die Haut platzte, in den Schuhen sammelte sich Blut … Im April 1938 transportierte man mich ins Lefortowo-Gefängnis. Hier wurden alle Verhöre mit den schrecklichsten Verprügelungen begleitet, man prügelte mich wochenlang Tag und Nacht. Auf dem Rücken gab es kein Stück Haut, nur das nackte Fleisch. Auf einem Ohr konnte ich wochenlang nichts hören, und auf einem Auge konnte ich wochenlang nichts sehen, weil die Blutgefäße im Auge verletzt wurden. Oft fiel ich in Ohnmacht.« Am 5. Mai 1939 wurde Hugo Eberlein in einer geschlossenen Sitzung des Militärkollegiums des Obersten Gerichts der UdSSR zu 15 Jahren Lagerhaft verurteilt und am 1. Juni 1939 nach Workuta transportiert. 1941 kam er in ein Lager 100 km nördlich von Syktywkar in der ASSR der Komi, dann zurück nach Moskau und erneut angeklagt. Am 30. Juli 1941 lautete das Urteil Tod durch Erschießen. Hugo Eberlein wurde am 16. Oktober 1941 erschossen.

Charlotte Scheckenreuter (* 30. 10. 1909 – †11. 8. 1982), seine Lebensgefährtin, war Tochter eines Essener Bergarbeiters, 1927 Mitglied der KPD, Kontoristin und Stenotypistin bzw. ab 1930 in der Abteilung Kasse der BL Ruhrgebiet. Im Juli 1933 ins Saargebiet emigriert. Ab Oktober 1936 arbeitete sie unter dem Parteinamen Lotte Reuter an der Leninschule in Moskau. Dort am 18. Juni 1938 verhaftet und der »Beihilfe zur Spionage« angeklagt. Im Januar 1939 zwar entlassen, aber mittellos und ohne jegliche Unterstützung, blieb ihr nur die Rückreise nach Deutschland. Hier wurde sie am 3.November 1939 verhaftet. Charlotte Scheckenreuter überlebte die Nazidiktatur, heiratete nach 1945 den Essener Altkommunisten und Spanienkämpfer Heinrich Schürmann. 2008 veröffentlichten Ruth Stoljarowa und Wladislaw Hedeler im »JahrBuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung« eine biographische Skizze über Charlotte Scheckenreuter.

Hugo Eberlein wurde am 31. Oktober 1956 durch das Militärkollegium des Obersten Gericht der UdSSR juristisch rehabilitiert. Seine Tochter Ines erhielt 1956 eine offizielle Sterbeurkunde, angeblich war ihr Vater am 12. Januar 1944 »verstorben«. Sein Sohn aus erster Ehe, Werner Eberlein (*9.11. 1919 – † 11. 10. 2002) emigrierte im April 1934 zum Vater in die Sowjetunion, er besuchte die Karl-Liebknecht-Schule in Moskau. Nach der Verhaftung seines Vaters mußte er bis 1940 in Moskau arbeiten und wurde anschließend für acht Jahre nach Sibirien verbannt. Im April 1948 nach Deutschland zurückgekehrt, trat er in die SED ein und wurde Übersetzer beim FDGB und im ZK der SED. Von 1951 bis 1954 Kursant an der Parteihochschule in Moskau, arbeitete anschließend bis 1959 beim »Neuen Deutschland«, dann Mitarbeiter des ZK der SED, Chefdolmetscher sowohl Walter Ulbrichts als auch Erich Honeckers bei Gesprächen mit der sowjetischen Führung. Seit 1971 Mitglied der ZRK, gehörte er ab 1981 dem ZK an, 1983 1. Sekretär der BL Magdeburg.Werner Eberlein wurde 1985 Kandidat, und 1986 Mitglied des Politbüros der SED, später war er in der PDS.

 

 

Peter Funk-Ziert geb. 5.2.1909 in Köln, erschossen 29.12.1937 in Moskau

5 Feb
Plakat mit Foto für die Gedenkwand während der "Woche des Gewissens", angefertigt von P. Funk-Zierts Tochter Tatjana Sagorje mit dem Aufruf an alle, die ihren Vater kannten, sich bei ihr zu melden. Moskau, November 1988. Quelle: Archiv NIPZ "Memorial".

Plakat mit Foto für die Gedenkwand während der Woche des Gewissens, angefertigt von P. Funk-Zierts Tochter Tatjana Sagorje mit dem Aufruf an alle, die ihren Vater kannten, sich bei ihr zu melden. Moskau, November 1988. Quelle: Archiv NIPZ Memorial.

05.02.1909

In Troisdorf bei Köln in Arbeiterfamilie geboren.
Mitglied des Kommunistischen Jugendverbandes, Mitglied der KPD, politischer Flüchtling (wegen Sabotage im Betrieb).

1933

Emigration in die UdSSR auf nachdrücklichen Wunsch der Komintern. Arbeitet als Schlosser in einem Moskauer Betrieb.

August 1937

Verhaftung

23.12.1937

Verurteilung durch eine so genannte „Dwoika“ (Kommission des NKWD und der Staatsanwaltschaft) wegen „Spionage, Diversion, terroristischer und konterrevolutionärer Tätigkeit zugunsten Deutschlands und Verrats heimlicher Spionagekenntnisse an den deutschen Geheimdienst“ zum Tod durch Erschießen.

29.12.1937

In Moskau erschossen und auf dem Friedhof Butowo beigesetzt.
An die Verwandten ergeht die Mitteilung über ein Strafmaß von 10 Jahren Lagerhaft ohne Recht auf Briefwechsel.

Sie erhalten später eine Todesurkunde mit dem gefälschten Todesdatum vom 22.01.1942.

11.11.1957

Rehabilitierung

Plakat mit Foto für die Gedenkwand während der „;Woche des Gewissens“ angefertigt von P. Funk-Zierts Tochter Tatjana Sagorje mit dem Aufruf an alle, die ihren Vater kannten, sich bei ihr zu melden. Moskau, November 1988.
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