Ausstellung in der Gedenkstätte ‚Deutscher Widerstand‘ über in der UdSSR ermordete deutsche AntifaschistInnen

13 Mai
»ICH KAM ALS GAST IN EUER LAND GEREIST…«

Deutsche Nazigegner als Opfer des Stalinterrors. Familienschicksale 1933 – 1956

Die Ausstellung zeigt Lebensläufe meist unbekannter Deutscher – Vertragsarbeiter, Architekten, Mediziner, Künstler, Journalisten, Polit-Emigranten (Frauen unter ihnen inbegriffen) – die um 1933 als Arbeitssuchende oder politisch Verfolgte in die Sowjetunion kamen. Dort, dem Land ihrer Träume und Hoffnungen, fielen sie ab 1936 dem staatlichen Terror unter Stalin zum Opfer. Dem ist auch geschuldet, dass die Rückkehr der doppelt Verfolgten in ihre Heimat gleich nach 1945, dem Ende von Krieg und Faschismus, willkürlich bis Mitte oder Ende der 1950er-Jahre hinausgezögert wurde.

Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf Familienbiografien. Er trägt dem Umstand Rechnung, dass die Immigranten mit ihren Angehörigen, meist Ehefrauen und Kindern, ins Gastland kamen oder dort Familien gründeten. Von der Terrorwelle wurden alle hier porträtierten Familien erfasst: Ob in Straflager deportiert, vom NKWD ermordet, unter Zwang in Kinderheime gebracht oder auf lange Jahre nach Sibirien und Kasachstan verbannt – die Familienschicksale gleichen mehrfach zerrissenen Lebenslinien. Geblieben sind oft lebenslange Traumata von Trennung und Verlust, verstärkt durch verordnetes oder selbst auferlegtes Schweigen bis zur politischen Wende 1989.

Die zweisprachige Ausstellung (deutsch und russisch) erzählt auf 15 Familientafeln in Wort und Bild ihre Geschichten. Die Mehrzahl der Familien kam aus Berlin, fast die Hälfte hatte jüdische Familienmitglieder. Ergänzt werden die Familienporträts durch vier Tafeln mit Informationen zu historischen Hintergründen des Staatsterrors. Die Exponate basieren auf bisher unbekannten Materialien aus Familienbesitz sowie Dokumenten aus deutschen und russischen Archiven. Gesammelt und aufbereitet wurden sie von Hinterbliebenen der Opfer und spezialisierten Historikern – Initiatoren eines 2008 gegründeten Arbeitskreises zum Gedenken an die im sowjetischen Exil verfolgten deutschen Antifaschisten unter dem Dach der Berliner VVN-BdA.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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